Im Gasthaus Geigers Bräustüberl fand am Donnerstag, 30. Juli, die Mitgliederversammlung des EV Dingolfing (EVD) statt. Zahlreiche Mitglieder sowie mehrere Stadträte folgten der Einladung und informierten sich über die Entwicklung des Vereins im vergangenen Jahr. Neben den Berichten aus dem sportlichen und finanziellen Bereich standen insbesondere die Neuwahlen sowie die Verabschiedung des langjährigen Vorsitzenden Jürgen Ohr im Mittelpunkt des Abends.
Der erste Vorsitzende Jürgen Ohr begrüßte die anwesenden Gäste und Stadträte und eröffnete die Versammlung mit den Worten, dass dies seine letzte Mitgliederversammlung als Vorsitzender sei. Wie bereits lange im Voraus angekündigt, werde er nach dieser Versammlung von seinem Amt zurücktreten. Anschließend setzte er die Tagesordnung mit seinem Tätigkeitsbericht fort. Dabei stand zunächst die Nachwuchsarbeit im Mittelpunkt. Besonders erfreulich verlief die Saison 2025/26 für die U9, die mit sehr guten Leistungen überzeugen konnte. Die U11 und die U13 erzielten jeweils mittelmäßige Ergebnisse. Einen großen Erfolg feierte hingegen die U15, die sich den Meistertitel in der Bezirksliga sicherte.
Weniger erfreulich stellte sich die Situation in den älteren Nachwuchsmannschaften dar. Aufgrund von Spielermangel konnte der EVD in dieser Saison keine U17-Mannschaft melden. Auch die U20 musste während der laufenden Wettkampfsaison wegen einer zu geringen Spieleranzahl vom Spielbetrieb zurückgezogen werden. Die verbliebenen U20-Spieler konnten jedoch erfolgreich in die neu gegründete 1B-Mannschaft integriert werden. Diese ging in der Saison erstmals an den Start und umfasste einen Kader von rund 30 Spielern, die von zwei Trainern betreut wurden.
Anschließend berichtete Geschäftsführer Manuel Ruhstorfer über die Entwicklung der ersten Mannschaft. Er erinnerte an den großen personellen Umbruch im Sommer 2025, als insgesamt 14 Spieler den Verein verließen beziehungsweise neu hinzukamen. Dies sei auch der Grund für den zunächst holprigen Start in die Bayernliga-Saison 2025/26 gewesen, da sich die Mannschaft zunächst finden musste. Im weiteren Saisonverlauf zeigte das Team jedoch eine deutliche Leistungssteigerung. Besonders die Rückrunde verlief äußerst erfolgreich. Am Ende belegte die erste Mannschaft den sechsten Tabellenplatz und qualifizierte sich damit souverän für die Playoffs. Dort setzte der EVD seinen Erfolgslauf fort und erreichte schließlich das Halbfinale, in dem man dem späteren Meister aus Königsbrunn unterlag.
Mit Blick auf die bevorstehende Saison 2026/27 berichtete Ruhstorfer, dass auch in diesem Sommer einige Abgänge kompensiert werden mussten. Der aktuelle Kader sei bereits größtenteils über die sozialen Medien des Vereins vorgestellt worden. Gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Oliver Ferstl halte man weiterhin Ausschau nach einem weiteren Verteidiger. Der Spielermarkt sei derzeit allerdings sehr überschaubar. Man werde daher keine vorschnellen Entscheidungen treffen, sondern nur einen Spieler verpflichten, der sowohl sportlich als auch menschlich zum Konzept des Vereins passe.
Im Anschluss stellte Kassier Dima Schuler die finanzielle Situation des Vereins vor. Die Bilanz wies einen positiven Jahresabschluss sowie einen positiven Kontostand aus. Die Kassenprüfer Franz Niedermaier und Robert Kutsch bestätigten eine einwandfreie Kassenführung. Besonders bemerkenswert sei, dass der Verein mittlerweile ein Jahresbudget von mehr als 500.000 Euro verwalte – und dies vollständig im Ehrenamt. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde die Vorstandschaft von der Mitgliederversammlung einstimmig entlastet.
Mit Spannung wurde anschließend der Tagesordnungspunkt Neuwahlen erwartet. Da Jürgen Ohr bereits zu Beginn der Versammlung seinen Rückzug angekündigt hatte und nach zwölf Jahren an der Spitze des Vereins nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden.
Da aus der Versammlung zunächst keine Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden vorgeschlagen wurden, wurde die Sitzung für kurze Zeit unterbrochen, um Beratungen zu ermöglichen. Doch auch nach der Pause fand sich kein anwesendes Mitglied, das bereit war, die Verantwortung zu übernehmen. Das Amt des ersten Vorsitzenden bleibt deshalb zunächst vakant. Bis zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in rund drei Monaten wird der Verein von den stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Karg und Dominik König geführt.
Sichtlich bewegt ergriff Jürgen Ohr anschließend noch einmal das Wort. In seiner Abschiedsrede bedankte er sich bei seinen Vorstandskollegen, den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, Sponsoren, Mitgliedern und allen Wegbegleitern für die Unterstützung während seiner zwölfjährigen Amtszeit. Er blickte auf zahlreiche Herausforderungen und Erfolge zurück und verabschiedete sich unter großem Applaus von den Mitgliedern.
Auch Geschäftsführer Manuel Ruhstorfer würdigte den scheidenden Vorsitzenden in einer emotionalen Laudatio. Gleichzeitig verabschiedete er mit ebenso emotionalen Worten den Sportlichen Leiter Oliver Ferstl, der ebenfalls sein Amt niederlegt. Ruhstorfer dankte beiden für ihr außergewöhnliches Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz für den EV Dingolfing.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ stellte Ruhstorfer schließlich den Antrag, Jürgen Ohr zum Ehrenpräsidenten des EV Dingolfing zu ernennen. Die Mitglieder folgten diesem Vorschlag mit einer eindeutigen Mehrheit und verliehen dem langjährigen Vorsitzenden damit die höchste Auszeichnung des Vereins.
Im weiteren Verlauf wurden aus den Reihen der Mitglieder Fragen zum Bauverzug an der Marco-Sturm-Eishalle gestellt. Jürgen Ohr erläuterte die aktuelle Situation und betonte, dass der Verein in engem Austausch mit der Stadt Dingolfing sowie Bürgermeister Valentin Walk stehe, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der EVD in dieser Angelegenheit von den Entscheidungen der Stadt abhängig sei und derzeit keine Alternative zu einer eigenen Eisfläche habe. Dennoch prüfe der Verein sämtliche Möglichkeiten, den Kindern und Jugendlichen trotz der schwierigen Situation Trainingsmöglichkeiten anzubieten. Dies sei jedoch mit erheblichen organisatorischen und finanziellen Herausforderungen verbunden und stelle den Verein derzeit sogar vor existenzielle Probleme.
Mit einem langen Applaus für den scheidenden Vorsitzenden endete die Mitgliederversammlung des EV Dingolfing. Trotz der offenen Personalfrage an der Vereinsspitze wurde deutlich, dass der Verein vor großen Herausforderungen steht – sportlich, organisatorisch und insbesondere im Hinblick auf die Zukunft der Eissportstätte. Gleichzeitig zeigte der Abend aber auch den großen Zusammenhalt innerhalb des Vereins und die Bereitschaft der Verantwortlichen, die anstehenden Aufgaben gemeinsam anzugehen.