Am vergangenen Wochenende standen die beiden ersten Halbfinal-Playoff-Partien der Riverkings gegen die Mighty Dogs aus Schweinfurt auf dem Programm. Beide Begegnungen entwickelten sich zu wahren Dramen, und beide Male mussten sich die Lechstädter trotz sehr guter Leistungen äußerst knapp geschlagen geben.
Beim Auswärtsspiel am Freitag starteten die Spieler von Trainer Martin Hoffmann denkbar unglücklich in die Partie. Nach nur 34 Sekunden konnten die Gastgeber aus Schweinfurt das erste Mal jubeln. Nachdem der Puck in einer Pfütze an der blauen Linie hängen geblieben war, erzielte der Lette Arturs Homjakovs den ersten Treffer. Nach etwa fünf Minuten übernahm Landsberg immer mehr das Kommando, und so war es im zweiten Drittel nach 25 gespielten Minuten Florian Reicheneder, der einen Schuss von Lorenzo Valenti zum 1:1 abfälschen konnte. Zwar brachte der Lette Renarts Alksnis die Schweinfurter in Überzahl in der 31. Minute erneut in Führung, doch in der 37. Minute glich Thomas Callaghan aus kürzester Distanz wieder aus. Er verwertete einen Pass von Filip Bergsdorf, indem er die Scheibe aus nur einem Meter Entfernung unter die Querlatte setzte.
Gerade einmal zwei Minuten waren im letzten Drittel gespielt, als Lukas Heß Landsberg erstmals in Führung brachte. Er fälschte einen Schuss von Jonas Mosler unhaltbar für den gut haltenden Schweinfurter Torhüter Leon Pöhlmann zum 3:2 ab. Kurz vor Ende entwickelte sich das Spiel zu einem wahren Drama: Landsberg bekam den Puck nicht aus der eigenen Zone, und so konnte 1,7 Sekunden vor Schluss der Lette Arturs Homjakovs mit seinem zweiten Treffer den Ausgleich erzielen. In der anschließenden Overtime besiegelte dann der Tscheche Tomas Cermak den Sieg für die Hausherren im ersten Playoff-Spiel der Serie.
Beim Heimspiel am vergangenen Sonntag war es äußerst spannend zu sehen, wie der HCL die unglückliche Niederlage vom Freitag verarbeitet hatte. Es zeigte sich schnell, dass dieses Spiel in den Köpfen keine Rolle mehr spielte. Landsberg startete sehr gut in die Partie und kam durch Filip Bergsdorf gleich zu einer guten Chance, scheiterte jedoch am Pfosten. In der zwölften Spielminute ließ Manuel Müller, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt, die 1.600 Zuschauer im Landsberger Eisstadion erstmals jubeln.
Als nur eineinhalb Minuten später Mathias Binder auf Landsberger Seite auf der Strafbank Platz nehmen musste, kam die große Stunde der Youngsters Korbinian Benz und Jonas Huber. Beide im Landsberger Nachwuchs ausgebildet, spielten die Gäste aus Schweinfurt in Unterzahl gnadenlos aus, und Huber konnte nach einem starken Pass vor das Tor die Führung auf 2:0 ausbauen. In der 17. Spielminute war es der Lette Kristers Donins, einer der fünf Schweinfurter Importspieler, der in Überzahl für den 2:1-Anschlusstreffer sorgte.
Im zweiten Drittel erspielten sich beide Mannschaften einige Chancen, doch die stark haltenden Torhüter auf beiden Seiten machten diese zunichte. Lediglich der Tscheche Tomas Cermak konnte im zweiten Drittel den Ausgleich erzielen. Gerade einmal 21 Sekunden waren im letzten Drittel gespielt, als der Lette Arturs Homjakovs die Gäste erstmals in Führung brachte. Landsberg gab in der Folge, angepeitscht vom Publikum, alles, um den Ausgleich zu erzielen. Dieser gelang zunächst nicht – bis 32 Sekunden vor dem Ende, analog zum Freitagsspiel, nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen: Mika Reuter - ebenfalls im Landsberger Nachwuchs ausgebildet - erzielte den mehr als verdienten 3:3-Ausgleichstreffer.
Dieser Treffer brachte die Halle nahezu zum Explodieren, und die Stimmung erinnerte viele ältere Stadionbesucher an die legendären Zeiten in den 1980er- und 1990er-Jahren im Landsberger Eisstadion. Trotz der elektrisierenden Atmosphäre agierten beide Mannschaften in der anschließenden Overtime vorsichtig, vermieden unnötige Scheibenverluste und standen defensiv gut organisiert. Da kein weiterer Treffer fiel, musste das Penaltyschießen entscheiden. Hier machte der Deutsch-Tscheche Petr Pohl, der bereits in der AHL, ECHL, viele Jahre in Deutschlands höchsten Spielklassen und auch für die tschechische Nationalmannschaft agierte, auf Schweinfurter Seite den Unterschied und sicherte den Gästen aus Franken den Sieg.
Trotz der erneut starken Leistung musste sich der HCL auch im zweiten Spiel knapp geschlagen geben. Sollte die Mannschaft diese Leistung jedoch am kommenden Wochenende wieder aufs Eis bringen, ist die Serie sicherlich noch nicht entschieden.
Trainer Martin Hoffmann:
„Natürlich ist es sehr schade, dass wir jetzt zweimal verloren haben. Allerdings haben wir in der regulären Spielzeit zweimal durch wirklich gute Leistungen ein Unentschieden erkämpft und dann jeweils unglücklich verloren. Wir werden in dieser Woche die Köpfe wieder frei bekommen – denn noch ist überhaupt nichts verloren! Wenn wir so weiterspielen, haben wir am kommenden Wochenende absolut die Chance, die Serie auszugleichen.“