Es steht nur noch das Nachholspiel gegen Landsberg auf dem Spielplan, dann haben die River Rats die Hälfte
der Vorrunde bereits hinter sich gebracht. Und die Halbzeitbilanz ist aus Sicht des ESC Geretsried durchaus ernüchternd.
Von der anfänglichen Euphorie und Vorfreude ist mittlerweile nicht mehr viel übrig, vor allem die Heimspiele liefen alles andere als geplant. In vielen engen Spielen schlug das Pendel zu Ungunsten der Rats aus, Ursachen gibt es mehrere.
Neben vielen verletzungs- und krankheitsbedingten Umstellungen,
laufen auch einige Spieler ihrer Topform hinterher. Trainer Hans Tauber, Co-Trainer Bernhard Jorde sowie der Sportliche Leiter Klaus Berger stehen in ständigem Austausch und hinterfragen die aktuelle Situation durchaus selbstkritisch. „Die Vorrunde ist leider anders gelaufen als wir gehofft hatten. Die Leistungsdichte in der Bayernliga ist mittlerweile so hoch, dass viele knappe Partien durch Kleinigkeiten entschieden werden.
Wir sind daher zu dem Entschluss gekommen, uns nach einer Verstärkung für die Offensive zu bemühen“, führt Berger die Gründe für einen Neuzugang auf.
Tatsächlich war der Kaderplaner nach kurzer, aber intensiver Suche fündig. Anton Egle wechselt von Tabellenführer EHC Königsbrunn zum ESC Geretsried und passt zu 100% in das gewünschte Anforderungsprofil. „Anton kann das Spiel aufziehen aber mit seinem enorm starken Abschluss auch immer selbst für Torgefahr sorgen. Dass die Verpflichtung so kurzfristig geklappt hat, ist für uns natürlich ein Glücksgriff“, so der Sportliche Leiter zur Verpflichtung des ersten Schweden in der Vereinsgeschichte des ESC Geretsried. Der 1,87cm große Angreifer spielte bis zu seinem 19. Lebensjahr in seiner Heimat, 2021
wagte er dann aber den Sprung über den großen Teich. Für die Mason City Toros und die Palm Beach Typhoon
verbrachte er zwei Jahre in den USA, ehe es ihn wieder zurück nach Europa zog. 23/24 landete Egle dann in
der Regionalliga Nord, was seine erste von mittlerweile vier Stationen in Deutschland war. Im Norden der
Republik führte er mit 66 Punkten in nur 21 Spielen gleich die ligaweite Scoringtabelle an. Seinen Torriecher
stellte er auch in der letzten Spielzeit in der Bayernliga unter Beweis. 24/25 sammelte er 31 Punkte in 15
Spielen für die EA Schongau. Noch während der Saison führte seine Reise zum EHC Königsbrunn weiter, für
die er in 31 Spielen wiederrum starke 38 Punkte erzielte (23 Tore, 15 Assists). Auch in der laufenden Spielzeit lief es mit 17 Punkten in 14 Spielen alles andere als schlecht (5 Tore, 12 Assists), trotzdem verständigten sich Spieler und Verein auf eine einvernehmliche Trennung. Gut für den ESC, der sich von Egle natürlich frischen Wind für die teilweise schwerfällige Offensive erhofft.
„Am Ende muss alles zusammenpassen. Natürlich spielt der sportliche Aspekt eine große Rolle aber das ganze muss für uns auch finanzierbar sein. Ohne unsere treuen Sponsoren wäre das nicht möglich, bei welchen in mich an dieser Stelle einmal mehr ausdrücklich bedanken möchte!“, erläutert Berger, der am
Ende das große Ganze im Auge behalten muss.
Egle ist ab sofort spielberechtigt, hat heute bereits das erste Mal mit seinen neuen Teamkollegen trainiert
und wird mit der Nummer 9 auflaufen. Välkommen till Geretsried, Anton! Wir freuen uns auf ein neues Gesicht und wünschen eine verletzunsfreie sowie erfolgreiche Saison!