Im vierten Finalspiel zwischen dem EHC Königsbrunn und den "Mighty Dogs" des ERV Schweinfurt konnten die Unterfranken mit 5:3 gewinnen und in der Serie Best-of Seven auf 2:2 Siege ausgleichen. Nach einem verheerenden Fehlstart kamen die Königsbrunner erst im Schlussabschnitt in die Partie, ließen dann aber zu viele Möglichkeiten liegen.
Königsbrunn trat mit dem gleichen Kader wie schon am Dienstag an. Allerdings musste der EHC auf Stefan Rodrigues verzichten, der aufgrund seiner Sperre eine Partie aussetzen musste. Im Königsbrunner Tor stand zunächst wie gewohnt Stefan Vajs, als Backup war Benni Beck mitgereist.
Von Beginn an zeigten die Gastgeber, dass sie diese Partie für sich entscheiden wollten und agierten mit viel Einsatz und Tempo. In der fünften Spielminute ging dann Schweinfurt in Führung, ein verdeckter Schuss von der blauen Linie fand den Weg ins Königsbrunner Tor. Nur 24 Spielsekunden später, gleiche Situation, gleiches Resultat. Erneut fand ein verdeckter Schuss von der blauen Linie den Weg ins Gehäuse der Brunnenstädter. Königsbrunn war nicht in der Partie angekommen und fand kein Mittel gegen die Angriffe der Mighty Dogs, die in der achten Spielminute durch den alleinstehenden Tomas Cermak auf 3:0 erhöhten. Nach einem ersten Überzahlspiel kam der EHC aber wieder in die Begegnung zurück, bis zur ersten Pause fielen jedoch keine weiteren Treffer mehr.
Auch im Mitteldrittel gaben die Gastgeber Vollgas und trafen in der 24. Spielminute zum 4:0, der EHC war zu weit weg von den Schweinfurtern, die gefühlt machen konnten, was sie wollten. Erst in der 28. Spielminute kamen die Königsbrunner zu einer ersten Torchance. Allerding bekamen die Hausherren nach einer Notbremse einen Penalty zugesprochen, der aber folgenlos blieb. Schweinfurt blieb die spielbestimmende Mannschaft, doch es steckte noch Leben im EHC, der in der 42. Spielminute den Anschlusstreffer zum 4:1 erzielen konnte. Nach Bullygewinn im gegnerischen Drittel landete ein Pass vom hinter dem Tor stehenden Lion Stange bei Tim Bullnheimer, der die Scheibe dann eiskalt einnetzte. Danach gab es Strafzeiten für beide Mannschaften, bis zur letzten Pause blieb die Partie ohne Zählbares.
Königsbrunn musste nun im Schlussabschnitt alles auf eine Karte setzen, mit Erfolg. In der 42. Spielminute traf Marco Sternheimer, nachdem er gerade von der Strafbank gekommen die Scheibe zugespielt bekam und sich bis vor den gegnerischen Goalie durchtankte. Sein Treffer zum 4:2 ließ die mitgereisten Fans wieder Hoffnung schöpfen, denn der EHC hatte jetzt endlich wieder Zugriff auf die Partie. Mit viel Biss, Willen und Leidenschaften nahmen die Brunnenstädter den Kampf auf und hatten zweimal Überzahlspiel gegen Schweinfurt. Dabei ergaben sich auch beste Chancen, die der EHC aber liegen ließ. Die Gastgeber machten das in der 54. Spielminute besser, als sie danach ebenfalls in Überzahl spielen konnten und nach gerade mal 14 Spielsekunden auf 5:2 erhöhten. Doch Königsbrunn blieb im Spiel, 18 Spielsekunden später verkürzte Marco Sternheimer auf 5:3. Bei einem schnellen Gegenstoss landete der Pass vom Tim Bullnheimer punktgenau bei Sternheimer, der dann seinen Verfolgern enteilte und erneut ins gleiche Eck einnetzte. Danach hatte der EHC noch einige dicke Chancen, die aber ohne Zählbares blieben, stattdessen zogen die Brunnenstädter noch Strafen. 46 Sekunden vor Spielende zog der Königsbrunner Coach den Goalie zugunsten eines weiteren Feldspielers, der Drops war aber längst gelutscht. Am Ende verdienen die Gastgeber hochverdient gegen den EHC, der nur schwer ins Rollen kam und sich lange Zeit zu harmlos präsentierte.
Mit dem Sieg kann Schweinfurt die Serie Best-of-Seven auf 2:2 ausgleichen. Nun treffen beide Mannschaften am Sonntag ab 18 Uhr in Königsbrunn wieder aufeinander. Der Sieger dieser Begegnung könnte dann beim sechsten Aufeinandertreffen am Gründonnerstag in Schweinfurt die Serie beenden und sich den Meistertitel holen.
EHC-Coach Bobby Linke ist sichtlich enttäuscht und bringt die Defizite auf den Punkt: „Wir haben es heute von Beginn an nicht verstanden, in der eigenen Zone konzentriert zu arbeiten. Zuerst kassierten wir so ein Ei, danach waren wir immer noch nicht fokussiert, arbeiteten nicht und bekamen den zweiten Treffer. Schweinfurt hat sich dann in einen Rausch gespielt und unsere Fehler in der Zuordnung mit dem dritten Tor bestraft. Wir waren einfach nicht bereit. Das, was wir uns in der Pause vorgenommen hatten, haben wir nicht umgesetzt. Leider schießen wir zu wenig aufs Tor, der Gegner hat uns gezeigt, wie das mit einfachem Hockey funktioniert. Da können wir uns eine Scheibe davon abschneiden. Im letzten Drittel haben wir es einfacher gehalten, mehr gearbeitet, gekämpft und hatten deutlich mehr Zugriff aufs Spiel. Es kamen in Überzahl auch zu wenig Schüsse aufs Tor. Wenigstens sind wir dann wieder als Team aufgetreten. Durch Fouls haben wir verpasst, die Partie nochmal drehen zu können. Schweinfurt hatte heute mehr Willen und Ehrgeiz gezeigt. Am Sonntag müssen wir den Turnaround schaffen und die Serie wieder auf unsere Seite ziehen. Dazu müssen wir unbedingt Fehler abstellen und den Gegner zu Fehler zwingen.“
Tore: 1:0 Freibert (Asmus, Bares) (5.), 2:0 Homjakovs (Dana, Alksnis) (5.), 3:0 Cermak (Donins, Dana) (8.), 4:0 Pinsack (Bares, Adam) (24.), 4:1 Bullnheimer (Stange, Sternheimer) (36.), 4:2 Sternheimer (Szegedin, Baur) (42.), 5:2 Hormjakovs (Donins, Alksnis) (54.), 5:3 Sternheimer (Bullnheimer, Kaiser) (54.)
Strafminuten: ERV Schweinfurt 18 EHC Königsbrunn 20 Zuschauer: 1796
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