Rekordkulisse zum Spiel 6 der Finalserie um die Meisterschaft in der Bayernliga, was gleichzeitig das letzte Heimspiel für der diesjährigen Saison bedeutete. Vor über 2300 Zuschauern traten die Mighty Dogs aufgrund von Spieldauerstrafen im Spiel zuvor ohne Kristers Donins und Lucas Kleider an und waren dadurch gezwungen, die Reihen sowohl im Sturm als auch in der Defensive umzustellen – trotz dieser Herausforderung holten sich die willensstarken Schweinfurter den Sieg nach Verlängerung.
Das erste Drittel entwickelte sich von Anfang an zu einem schnellen und intensiven Spiel, jedoch ohne größere Fouls, dafür mit umso mehr Leidenschaft. Die erste große Chance erarbeiteten sich dann in der fünften Minute die Gäste, doch Benni Roßberg im Schweinfurter Tor packte eine sehenswerte Parade aus. Im Anschluss konnte Petr Pohl mit einem langen Schläger zur richtigen Zeit den Querpass auf Lorraine wegnehmen, der sonst in aussichtsreicher Position vor dem Tor aufgetaucht wäre. Doch auch der ERV war voll im Spiel angekommen, und stellte den Icedome in Person von Dzerods Alksnis erstmals Kopf: Sein Schuss von der blauen Linie fand den Weg zwischen etlichen Spielern hindurch und sorgte so für die 1:0 Führung. Zwei Minuten später war es schon wieder Alksnis, der sich erst an der Defensive vorbei tankte und verwertete anschließend den Rebound seines ersten Schusses zum 2:0. Im direkten Gegenzug setzte der EHC zur Großchance an: Im zwei auf eins wurde Lion Stange vor dem Tor bedient, doch Roßberg war mit einem Monstersafe zur Stelle und fischte den Puck aus der Luft. Über Petr Pohl und Tomas Cermak gelangten die Dogs nun ebenfalls zu einer hochkarätigen Chance, doch Vajs blieb diesmal Herr der Lage und vereitelte. Das erste Powerplay für die Mighty Dogs lief hingegen nicht wie erhofft: zwar konnte man sich offensiv Anteile erspielen, doch ein Fehlpass in der eigenen Defensivzone brachte Marco Sternheimer einen Ruckhandlupfer in Schweinfurter Tor unter.
Im Mitteldrittel kommt Tomas Cermak nach seiner Strafzeit schnell über Links in den Angriff und setzt Vajs abermals unter Druck, doch es blieb beim Spielstand von 2:1. Da er beim Abschluss jedoch gefoult wurde, gingen die Mighty Dogs nun erneut ins Powerplay und diesmal saß es: Dzerods Alksnis packte erneut eine Fackel von der blauen Linie aus und brachte die Dogs durch seinen Hattrick mit 3:1 in Führung. Die Gäste hatten jedoch umgehend eine Antwort auf den Gegentreffer und brachten sich durch Stange wieder auf 3:2 heran. Im Anschluss entwickelte sich ein Abnutzungskampf, in dem sich beide Mannschaften gegenseitig kontrollierten und nur wenige echte Torchancen entstehen ließen, somit endete das Drittel mit einem Spielstand von 3:2.
Im Schlussabschnitt startete Königsbrunn stark und konnte sich durch Turcotte zu einer großen Chance bringen, doch Roßberg war auch hier zur Stelle. Stattdessen setzte sich Konstantin Melnikow willensstark durch, als er einer schon fast verlorenen Scheibe energisch nachsetzte und damit den Abwehrspieler der Gäste überlaufen konnte. Er legt anschließend clever auf den mitgestürmten Josef Dana ab, der zum 4:2 verwandeln konnte und den Icedome abermals zum Überkochen brachte. Im Anschluss lieferte die Schweinfurter Defensive eine starke Leistung ab, der EHC drängte auf, einen Anschluss doch es sollte nicht gelingen. Erst kurz vor Ende des Spiels zogen die Brunnenstädter den Goalie und stürmten so für knapp 1:30 mit 6 Feldspielern – eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. 44 Sekunden vor Ende stellten die Pinguine auf 4:3, ehe es knapp 4 Sekunden vor vermeintlichem Spielende dann tatsächlich noch den Ausgleich durch Turcotte setzte.
In der nun erzwungenen Overtime fehlte dem EHC nur noch ein Treffer zur Meisterschaft, doch diese Rechnung wurde ohne die Mighty Dogs gemacht. Durch konzentrierte Arbeit neutralisierten sich beide Mannschaften lange Zeit, doch nach einem Königsbrunner Foul konnte der ERV sich durchsetzen: erneut war es Alksnis, der einen trockenen Schuss aus zweiter Reihe platziert unterbringen konnte und den Mighty Dogs damit den Sieg in Spiel 6 sicherte – nachträglich wurde der Treffer Alex Diel zugeschrieben, der den Schuss vermutlich noch entscheidend abfälschte.
Der Icedome feierte die Mannschaft nach Abpfiff noch minutenlang mit Sprechchören und gab ihnen für das entscheidende Spiel 7 am kommenden Samstag das wichtige Selbstvertrauen mit auf den Weg. Der Anpfiff an Karsamstag wird um 18 Uhr sein, und es wird das wohl wichtigste Spiel zum Abschluss einer herausragenden Saison werden. Belohnt sich der amtierende Meister ein weiteres Mal oder gelingt es den Mighty Dogs, den Pokal aus der Brunnenstadt nach Schweinfurt zu entführen? Begleitet werden die Mighty Dogs von mehreren Fanbussen, eine Anreise nach Königsbrunn wird jedoch nur mit bereits online erworbener Eintrittskarte empfohlen, da ein Einlass vor Ort wegen des begrenzten Kontingents nicht garantiert werden kann.
STATISTIK:
Tore:
Stand Zeit Team Torschütze 1. Assist 2. Assist
1:0 08:38 ERVS Alksnis D. Dana J. Melnikow K.
2:0 10:08 ERVS Alksnis D. Heckenberger K. Melnikow K.
2:1 13:59 EHCKB Sternheimer M. (4-5)
3:1 23:11 ERVS Alksnis D. (5-4) Pohl P. Homjakovs A.
3:2 23:59 EHCKB Stange L. Länger N. Sternheimer M.
4:2 49:51 ERVS Dana J. Melnikow K. Diel A.
4:3 59:16 EHCKB Lorraine J. Länger N.
4:4 59:56 EHCKB Turcotte H. Sternheimer M. Lorraine J.
5:4 68:14 ERVS Diel A. (5-4) Alksnis D. Pohl P.
Strafen: Schweinfurt 2 Min // Königsbrunn 10 Min
Zuschauer: 2355 (+ 541 SpradeTV)
Highlights: https://www.sprade.tv/de/game/12352/schweinfurt-mighty-dogs-vs-ehc-koenigsbrunn
VEREINT IN WEISS-BLAU