Es war ein Spitzenspiel und feinstes Bayernliga-Eishockey, was der EHC Königsbrunn und die "Devils" des VfE Ulm/Neu-Ulm dem Publikum boten. Nach 60 hochspannenden und intensiven Spielminuten hatten die Brunnenstädter am Ende mit einem verdienten 4:0 Sieg das bessere Ende für sich.
Beide Teams hatten mit einigen Ausfällen zu kämpfen, so fehlten beim EHC Niklas Länger, Lion Stange und Anton Egle. Im Königsbrunner Tor stand von Beginn an Stefan Vajs, als Backup saß Joshua Appler auf der Bank.
Sowohl die Devils als auch der EHC starteten aus einer gesicherten Defensive heraus und gingen keine Risiken ein. Nach einer fünfminütigen Abtastphase hatte Königsbrunn eine sehr gute Chance auf den ersten Treffer, ein Tor wollte aber nicht fallen. Nur eine Minute später hatte Ulm die erste sehr gute Möglichkeit, als Valentin Der seinen Gegenspieler enteilte und alleine auf Stefan Vajs im Königsbrunner Tor stürmte. Der zeigte aber, wie auch sein Gegenüber David Heckenberger, eine bärenstarke Partie und entschärfte diese Chance. Den ersten Treffer markierten die Königsbrunner, in der 12. Spielminute fiel das 1:0. Ein Schuss von David Farny fand den Weg ins Ulmer Gehäuse, dem Torwart der Devils war die Sicht verdeckt. Drei Minuten später hatte der EHC die nächste große Chance, verpasste es aber nachzulegen. Kurz vor der ersten Pause hatten die Gäste noch eine Druckphase, doch die Defensive der Brunnenstädter hielt dicht, ehe es ein erstes Mal in die Kabinen ging.
Im Mittelabschnitt lieferten sich beide Mannschaften einen intensiven Fight, es wurde um jeden Zentmeter gekämpft. Der EHC hatte in der 30. Spielminute eine gute Chance und war im Überzahlspiel immer für ein Tor gut. Aber auch Ulm kam immer wieder gefährlich ins Drittel der Königsbrunner und blieb ein taktisch und spielerisch starker Gegner auf Augenhöhe. Obwohl es ein überaus unterhaltsames Mitteldrittel war, blieb es nach 40 Spielminuten ohne weitere Tore.
Im letzten Spielabschnitt starteten die Devils stark in die Partie, Königsbrunn musste in Unterzahl einige kritische Situationen wegverteidigen. EHC-Goalie Stefan Vajs brachte die Ulmer Stürmer mit seinen sehenswerten Saves zur Verzweiflung. Königbrunn drehte danach den Spieß um, dieses Mal mussten die Devils in Unterzahl agieren. In der 46. Spielminute verhinderte noch der Pfosten den nächsten Königsbrunner Treffer, doch nur drei Minuten später legte Peter Brückner das 2:0 nach. Die Devils dachten aber nicht ans Aufgeben und hatten in der 52. Spielminute eine Großchance, erneut war es ein Alleingang von Valentin Der, doch Stefan Vajs entschärfte auch diese brenzlige Situation. Ulm stand nun unter Zugzwang, die Devils mussten jetzt mehr in ihre Offensive investieren. Doch spätestens mit dem Treffer von Marco Sternheimer zum 3:0 war den Königsbrunnern der Sieg kaum zu nehmen. In der 60. Spielminute legte Dominic Erdt sogar noch das 4:0 nach, was auch den Endstand bedeutete. Die Brunnenstädter siegten am Ende verdient, wenn auch vom Ergebnis etwas zu deutlich, gegen einen starken Gegner, der zu Recht zu den besten Teams der Liga zählt und dem EHC einen intensiven, fairen Vorgeschmack auf die Play-offs gab.
Königsbrunn beendet nach der starken Vorstellung gegen die Devils die Vorrunde mit vier Punkten Vorsprung auf den TEV Miesbach als Tabellenführer. EHC-Coach Bobby Linke war zu Recht stolz auf sein Team: „Es war klar, dass die Partie gegen Ulm ein anderes Kaliber wird, als die Spiele gegen Amberg und Burgau. Wir wussten, dass die Devils einige gute Spieler im Kader haben, die sehr gefährlich sind und für viel Gefahr sorgen können. Auch der Ulmer Goalie hat eine starke Partie abgeliefert, am Ende des Tages wollten wir heute unser Spiel aufziehen, Gas geben und mit viel Leidenschaft dem Gegner keinen Platz lassen. Wir haben hart und kompromisslos über 60 Minuten agiert, das haben die Jungs sehr gut gemacht. Die Mannschaft hat nur wenig Torchancen zugelassen, wir waren immer am Mann und haben die Schläger gut kontrolliert. Das hat mir heute wirklich sehr gut gefallen, es hat es dem Stefan auch ein bisschen einfacher im Tor gemacht. Der hat alles gehalten, was dann noch auf seinen Kasten gekommen ist. In den schwierigen Situationen war er immer für uns da und hat uns geholfen. Ulm hat das heute sehr gut gespielt, war taktisch gut eingestellt und hatte gut verteidigt. Da muss man immer auf der Hut sein, mit einem Konter hätten die Devils jederzeit den Ausgleich erzielen können. Im letzten Drittel haben wir die Ruhe bewahrt und sind geduldig geblieben. Am Ende konnten wir den entscheidenden Konter gut zu Ende spielen, danach war es einfacher. Der Sieg geht völlig in Ordnung. In der Rückrunde wird wieder alles auf Null gesetzt, da müssen wir unbedingt einen guten Start erwischen.“
Tore: 1:0 Farny (Baader, Trupp) (12.), 2:0 Brückner (Rodrigues, Kinzel) (49.), 3:0 Sternheimer (Bullnheimer) (57.), 4:0 Erdt (Streicher) (60.)
Strafminuten: EHC Königsbrunn 10 VfE Ulm/Neu-Ulm 14 Zuschauer: 545
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