Den Abend hatte sich der EHC Königsbrunn anders vorgestellt, denn am Freitag kam der Tabellenführer in der heimischen Pharmpur EISARENA mit 2:8 gegen die „River Rats“ des ESC Geretsried unter die Räder. Nach dem ersten Spielabschnitt war bei den Brunnenstädtern der Wurm drin, die Niederlage nach Abpfiff war klar verdient.
Geretsried und Königsbrunn konnten die Partie mit drei kompletten Reihen antreten. Im Königsbrunner Tor stand von Beginn an Benni Beck, als Backup saß zunächst Joshua Appler auf der Bank. Bei den Brunnenstädtern fehlten Hayden Trupp, Luca Kinzel und Lion Stange. Die Gastgeber starteten zum ersten Mal in dieser Saison ohne Kontingentspieler.
Der EHC erwischte den besseren Start, trotz Unterzahlsituation erzielte Königsbrunn in der zweiten Spielminute die 1:0 Führung. Nach Scheibengewinn in der gegnerischen Zone legte Clay Ellerbrock für Stefan Rodrigues ab, der dann den Puck per Direktabnahme ins Geretsrieder Gehäuse zimmerte. Danach war es ein Kampf auf Augenhöhe, mit den besseren Möglichkeiten für die Gastgeber. Beide Mannschaften ließen nur wenige Möglichkeiten zu und verteidigten konsequent die eigene Zone. Eine doppelte Überzahlsituation konnte Königsbrunn nicht nutzen und verpasste es, einen zweiten Treffer nachzulegen. Stefan Rodrigues hatte in der 16. Spielminute noch das 2:0 auf dem Schläger, er tankte sich mit viel Tempo vor das Geretsrieder Tor durch. Sein Rückhandschuss landete aber nicht im Tor. So ging es nach 20 Spielminuten mit dem verdienten 1:0 ein erstes Mal in die Kabinen.
Nach dem Pausentee waren die Gäste wie verwandelt, mit breiter Brust und aggressiven Angriffen kam der ESC zu guten Möglichkeiten. Bei Königsbrunn häuften sich die Fehler, Aufbaupässe kamen nur ungenau an oder landeten sogar beim Gegner. Der verdiente 1:1 Ausgleich fiel dann in der 27. Spielminute, als der EHC die Scheibe nicht aus der eigenen Zone brachte und der freistehende Athanasios Fissekis einnetzen konnte. Nur zwei Minuten später fand ein verdeckter Schuss den Weg zum 1:2 ins Königsbrunner Tor. Dominik Erdt hatte in der 32. Spielminute eine gute Chance auf den Ausgleich, doch eine Minute später fiel der nächste Treffer für die Gäste. Ein abgefälschter Schuss fiel im hohem Bogen ins Tor zum 1:3. In der 36. Spielminute tankte sich Florian Strobl durch die Königsbrunner Defensivev und netzte ein, die Gäste lagen nun mit drei Toren vorne. Doch kurz vor der letzten Pause bediente Niklas Länger Tobi Baader mit einem feinen Pass, der lief dann auf den gegnerischen Goalie zu und erzielte noch im Fallen den zweiten Königsbrunner Treffer zum 2:4.
Es war noch alles drin für Königsbrunn, der EHC versuchte den Druck zu erhöhen. Doch Geretsried verteidigte leidenschaftlich und stand kompakt. Auch wenn die Gastgeber zunächst mehr Scheibenbesitz hatten, am Ende kamen kaum Abschlüsse aufs Tor zustande. Nach Scheibenverlust an der gegnerischen blauen Linie konterten die River Rats in der 46. Spielminute den EHC aus und netzten eiskalt durch Soukop zum 2:5 ein. Eine Minute später scheiterte Marco Sternheimer nur knapp am gegnerischen Goalie. Der nächste Treffer fiel in der 50. Spielminute, in Überzahl legte der ESC das nächste Tor zum 2:6 nach. Die Partie war nun endgültig gelaufen, Coach Bobby Linke zog dennoch früh in Überzahl den Goalie, um mit zwei Feldspielern mehr vielleicht doch noch die Wende zu erzwingen. Nach Ablauf der Strafe musste der EHC allerdings den nächsten Treffer fressen, die River Rats netzten ins leere Königsbrunner Gehäuse ein. Nur eine Minute kam es noch schlimmer für die Gastgeber, denn in der 56. Spielminute fiel das 2:8. Erneut gelang es den Königsbrunnern nicht, die Scheibe vor dem eigenen Tor unter Kontrolle zu bringen. Doppelt bitter für die Brunnenstädter, die am Sonntag nun auch noch auf David Farny verzichten müssen, der nach einer Faustkampfeinlage vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.
Geretsried belohnt sich dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und großem Kampf mit der maximalen Punkteausbeute und sorgt für die erste Saisonniederlage der Königsbrunner im heimischen Stadion. Der Sieg war hochverdient, EHC-Trainer Bobby Linke nennt Ursachen für den Ausgang der Partie:
„Wir sind heute mit dem Shorthander gleich gut gestartet und konnten das Spiel auf unsere Seite ziehen. Unser Gegner hatte da nicht viele Gelegenheiten, leider haben wir da im Mittelabschnitt nicht weitergemacht. Wir sind gefühlt mental auseinandergebrochen, haben schlechte Entscheidungen getroffen und individuelle Fehler produziert, die zu Gegentoren geführt haben. Das war wirklich schrecklich mit anzusehen. Der Gegner hat das auch gnadenlos ausgenutzt, wir haben es leider nicht mehr geschafft, den Bogen wieder zu spannen und einfach zu spielen. Nach dem Rückstand war die Passqualität auch nicht mehr vorhanden. Geretsried war auf einmal hellwach und hat gemerkt, dass an diesem Abend alles drin ist. Nach dem vierten Tor haben wir den Goalie gewechselt, um ein Zeichen zu setzen, das lag aber nicht an der Leistung von Benni Beck. Als Trainer versucht man eben, etwas zu ändern. Nach dem Treffer zum 2:4 war wieder alles möglich. Im Schlussabschnitt haben wir den Druck erhöht, kassieren aber dann per Break das 2:5. Das hat uns komplett den Stecker gezogen. Wir haben zwar weiter nach vorne geschaut und versucht, wieder ins Spiel zu kommen, doch nach dem Tor war nicht mehr drin, zudem der ESC auch immer die richtigen Antworten hatte. Unser Sport ist manchmal so, knallhart und gnadenlos. Wenn du nicht über 60 Minuten deine Arbeit machst und deine Energie aufs Eis bringst, dann kann dir ein Spiel schon mal entgleiten. Das ist uns heute passiert. Nun müssen wir weiter nach vorne schauen und die Spieler wieder auf das Energielevel bringen, das wir zuvor hatten.“
Tore: 1:0 Rodrigues (Ellerbrock) (2.), 1:1 Fissekis (Frankenberg, Egle) (27.), 1:2 Sanner (Zöhren) (29.), 1:3 Zöhren (Sanner, Bursch) (33.), 1:4 Strobl (Englbrecht, Frankenberg) (36.), 2:4 Baader (Länger) (40.), 2:5 Soukop (46.), 2:6 Strobl (Hochstrasser, Egle) (50.), 2:7 Zöhren (Englbrecht) (55.), 2:8 Sanner (Soukop) (56.)
Strafminuten: EHC Königsbrunn 17+SD ESC Geretsried 16 Zuschauer: 509