Die Eisbären Burgau haben am Sonntagabend Nerven und große Moral bewiesen und sich beim EC Pfaffenhofen mit 3:4 nach Penaltyschießen (1:1/2:0/0:2/0:0/0:1) durchgesetzt und die ersten beiden Auswärtspunkte mit zurück an die Mindel gebracht. Vor 320 Zuschauern, darunter rund 150 lautstarke Burgauer Fans, belohnte sich der ESV für einen starken Schlussspurt mit dem Zusatzpunkt.
Max Petzold kehrte nach überstandener Krankheit ins Aufgebot zurück. Zudem feierte Petr Ceslik sein Comeback - der Stürmer stand erstmals seit Anfang November wieder auf dem Eis. Weiterhin fehlten die Langzeitverletzten sowie David Zachar (krank), Ondrej Vaculik und Luca Imminger. Im Tor begann Roman Jourkov, als Backup stand Louis Waaßmann bereit. Burgau ging mit 17 Feldspielern in die Partie, Pfaffenhofen mit 16; zwischen den Pfosten der Gastgeber stand der Franzose Steven Catelin.
Die Eisbären starteten aktiv in die Begegnung. Bereits in der ersten Minute prüfte Balint Makovics den Pfaffenhofener Goalie, wenig später folgte ein Abschluss von Andreas Wiesler. Auf der Gegenseite zeigte Jourkov in der dritten Minute einen starken Save gegen Elias Weber. Dennoch gingen die Gastgeber in Führung: Nach einem Abpraller landete die Scheibe direkt auf der Kelle von Kareem Hätinen, der zum 1:0 einschob (5.). Burgau blieb ruhig und kam im ersten Powerplay durch Max Arnawa und Emil Malysjev zu guten Abschlüssen. Pfaffenhofen verzeichnete in der 15. Minute eine Doppelchance samt Pfostentreffer, ehe der ESV konterte, jedoch an Catelin scheiterte. Kurz vor der Pause belohnten sich die Eisbären: Tim Söldner gewann das Bully im eigenen Drittel, spielte die Scheibe mit Druck direkt Richtung gegnerische Zone, gewann das Laufduell gegen zwei Gegner und stellte eiskalt auf 1:1 (18.). Ein Traumtor des 19-Jährigen, das an sein Einstandstor in Schweinfurt erinnern lässt.
Der zweite Abschnitt begann unglücklich für die Gäste. In Überzahl traf Robert Neubauer nach einem Querpass von Jakub Vrana zur erneuten Führung für den EC (21.). Nur knapp zwei Minuten später folgte der nächste Rückschlag: Ein perfekt ausgespielter Konter über Jan Tlacil und Anton Seidel brachte das 3:1 für Pfaffenhofen. Burgau ließ sich davon jedoch nicht entmutigen. Söldner, Makovics, Ballner und Wiesler erspielten sich gute Chancen, doch Catelin zeigte sich mehrfach als Spielverderber. Auf der Gegenseite verhinderte Jourkov mit starken Paraden weitere Gegentreffer. Kurz vor der zweiten Pause scheiterte Daniel Bartuli im Powerplay aus kurzer Distanz.
Im letzten Drittel erhöhten die Eisbären den Druck. Bartuli vergab zunächst, ehe Jourkov in der 45. Minute mit einer Glanzparade das mögliche 4:1 verhinderte. Eine vierminütige Strafe gegen Pfaffenhofens Anton Seidel brachte Burgau anschließend eine lange Überzahlsituation. Wiesler traf den Pfosten, weitere Abschlüsse verfehlten knapp das Ziel. Die vier Minuten blieben ungenutzt, doch die Markgrafen erhielten nur wenig später ein fünfminütiges Überzahlspiel. Als ebenfalls in der 52. Minute Marco Muhr von Pfaffenhofen in die Kühlbox musste, bot sich die perfekte Chance für den ESV. In doppelter Überzahl erzielte Max Arnawa schließlich den verdienten Anschlusstreffer: Vom Bullykreis hämmerte er den Puck per One-Timer zum 3:2 in die Maschen (55.). Burgau drückte weiter, ließ jedoch zunächst zu viele Chancen liegen. Eine Minute vor Schluss nahm Coach Fabio Carciola den Torhüter vom Eis. Mit Erfolg: Nach einem missglückten Klärungsversuch der Gastgeber fing Andreas Wiesler die Scheibe spektakulär aus der Luft ab , legte sie vor sich auf das Eis und jagte sie zum umjubelten 3:3-Ausgleich unter die Latte (60.).aa
Die Verlängerung verlief ruhig, beide Teams agierten vorsichtig und vermieden Fehler. Im anschließenden Penaltyschießen behielt Burgau die Nerven. Während Jakub Vrana für Pfaffenhofen traf, verwandelten Emil Malysjev und Andreas Wiesler für den ESV. Roman Jourkov avancierte zum Matchwinner, indem er vier von fünf Penaltys entschärfte und den Zusatzpunkt sicherte.
Ein Sieg der Moral und des Willens. Die Eisbären belohnten sich nach großem Kampf für eine starke Schlussphase und nahmen zwei wichtige Punkte aus Pfaffenhofen mit zurück nach Burgau. Sicherlich nicht das beste Saisonspiel, doch die Revanche war geglückt.
Endstand: EC 3:4 n.P. ESV (1:1/2:0/0:2/0:0/0:1) // Strafen: EC: 19 Minuten; ESV: 6 Minuten // Zuschauer: 320
Tore:
1:0 - 04:28 Hätinen (Muhr, Ullmann) - EQ
1:1 - 17:17 Söldner ( Gäbelein) - EQ
2:1 - 20:56 Neubauer (Vrana, Hätinen) - +1
3 :1 - 22:40 Seidel (Tlacil, Wolf) - EQ
3:2 - 54:07 Arnawa (Makovics, Gäbelein) - +2
3:3 - 59:13 Wiesler - EQ
3:4 - 65:00 Wiesler - PS